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Mohed Altrad, CEO
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In heutiger Zeit sieht sich jedoch ein Unternehmen aufgrund der Bedeutung, die es innerhalb der Gesellschaft spielt, mit neuen Herausforderungen konfrontiert, die über den rein wirtschaftlichen Rahmen weit hinausgehen. Ein Unternehmen muss sich mit einer immer größer werdenden Komplexität auseinandersetzen, und man könnte es mit einem Lebewesen vergleichen, das in der Lage ist, einerseits reflexartige Tätigkeiten mehrfach auszuüben und andererseits, im Falle von externen Aggressionen, ins Straucheln gerät.
In seiner Grundform ist ein Unternehmen zunächst eine Struktur, die auf einem bestimmten Vertrags- und Regelwerk zwischen freien Menschen basiert – in anderen Worten, ein einfacher Zusammenschluss. In Folge bildet sich dann ein strukturierter Austausch zwischen den Vertragsparteien im Rahmen von „Zielvereinbarungen“, die es gilt, im Wachstumsprozess des Unternehmens zu übertreffen. Welches Modell soll jedoch hier zum Einsatz kommen, damit Individuum und Gemeinschaft sich einverträglich und harmonisch entwickeln? In diesem Zusammenhang erscheint mir der hinlänglich flexible Sozialvertrag das geeignete Modell zu sein, da er ausdrücklich oder stillschweigend, auf das Individuum selbst bezogen, zwischen einem unveränderlichen fundamentalen Anteil und einem für die Schaffung des Gemeinwohls zur Verfügung stehenden Anteil unterscheidet. Zudem ist dieser Sozialvertrag realitätsnah und hat folglich pädagogische Wirkung, da er es ermöglicht, die zweischichtige Dimension eines Unternehmens zu berücksichtigen: an erster Stelle das gemeinsame Projekt, das die unterschiedlichen Energien bündelt und entsprechend den Anforderungen der Wirtschaft mit ihren Regeln, Einschränkungen und ihrem unerlässlichen Bedarf an Rentabilität strukturiert. An zweiter Stelle dann die Gemeinschaft von Männern und Frauen, die das Unternehmen bilden. Diese Gemeinschaft ist, mindestens im gleichen Maße wie die Rendite, eine der Daseinsberechtigungen des Unternehmens, wenn nicht sogar die spannendste, da sie grundlegender Natur ist.
Aus diesem Grund muss jedem neuen Mitarbeiter bewusst sein, dass er, außer seinem technischen und intellektuellen Potential, auch einen großen Teil seiner eigenen Persönlichkeit einbringt, von dem was er ist und von dem was er bezüglich des gemeinsamen, von ihm akzeptierten Projekts erwarten kann. Die Beziehung zwischen Individuum und Unternehmen basiert auf einem doppelten Engagement. Einerseits das Engagement, das logischerweise den Fortbestand des Unternehmens als wirtschaftliche Einheit betrifft und, andererseits, das Engagement, das den Respekt der Gemeinschaft von Männern und Frauen betrifft, für die das Unternehmen existiert – ein Respekt, der für jeden freien und verantwortlichen Menschen gilt, der in diesem Falle letztlich auch den Schlüssel seines Schicksals in der Hand hält.
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